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Aktuelles 2018

Flensburger Tageblatt anl. der Scheckübergabe an das Hospiz

Scheckübergabe

 

Fast 35 000 Euro für Hospizdienste

 

Erfolgreich „gewichtelt“ im Weihnachtsdorf Wanderup – der Scheck wurde beim Helferfest überreicht

wanderup

 

„Wo Worte fehlen, das Unbeschreibliche zu beschreiben.“ Das ist einer der Sätze, mit denen Susanne von Petersson, Vize-Vorsitzende des Vereins Weihnachtsdorf Wanderup, das unfassbare Leid beschreiben möchte, das den Alltag von Familien prägt, in denen ein Kind stirbt. Doch – das machen die Reaktionen im voll besetzen Saal des Wanderuper Feuerwehrhauses deutlich – unbeschreiblich ist auch das, was die Dorfgemeinschaft der kleinen Geestgemeinde am ersten Adventswochenende im vorigen Jahr wieder komplett ehrenamtlich auf die Beine gestellt hat.

 

Fast 35 000 Euro wurden in nur zweieinhalb Tagen beim zwölften Weihnachtsdorf Wanderup an Spenden gesammelt. Wie immer ist der Betrag für die ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste im Land bestimmt. Es ist bereits gute Tradition, dass der symbolische Scheck beim Helferfest Anfang Januar enthüllt und überreicht wird.

 

Deftigen Grünkohl mit allen Beilagen satt – damit bedankt sich die Gemeinde bei allen Wanderupern, die sich bei der Planung, während der Veranstaltungstage, beim Auf- und Abbau oder auf andere Weise dafür einsetzen, dass das einzige Weihnachtsdorf des Landes seine Pforten öffnen kann. Mehr als 30 000 Besucher genossen am ersten Advent die herzliche und entspannte Weihnachtsatmosphäre im gesamten Wanderuper Dorfkern.

 

Und viele von ihnen haben fleißig gewichelt. Der Wichtel – mittlerweile in zwölf verschiedenen Ausführungen erhältlich – ist die Symbolfigur des Weihnachtsdorfes. Wichteln heißt, Gutes tun. „Das ist der wunderbare Zweck und Sinn dieser drei so besonderen Tage“, sagt Susanne von Petersson, die sich beim Arbeitskreis, allen Helfern und Wanderupern sowie bei den vielen Engeln und Bengeln bedankt. In diesen Kostümen stecken Wanderuper Deerns und Jungs, die wieder viele tausend kleine Wichtel jeweils für eine Spende von einem Euro unter die Besucher gebracht haben. Dieser ehrenamtliche Job ist mittlerweile bei der Dorfjugend so beliebt, dass es mehr Bewerber als Kostüme und damit eine Warteliste gibt. Eine Gruppe von Kindern hat eine der Wiehnachtsdörp-Hymnen „Tragt ein Licht nach Wanderup“ für ihre schwer kranken Altersgenossen aufgenommen. In Wanderup wird das Wichteln also von Kindheit an gelebt – und ist im einzigen Wichtelpark des Landes auch das ganze Jahr über präsent.

 

„Bei uns ist eben zu jeder Jahreszeit ein wenig Weihnachten“, sagen mittlerweile viele Wanderuper, die zu Recht ein wenig stolz, vor allem aber jedes Jahr zum Helferfest besonders froh über den Benefizerfolg sind. „Ich kann gar nicht genug für das danken, was hier geleistet wird. Für uns ist die Spende aus Wanderup zu einer festen, verlässlichen Größe geworden, zudem ist das Weihnachtsdorf eine sehr gute Gelegenheit, eine breite Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, wie viele wichtige Leistungen rund um die Themen Tod und Trauer durch Spenden finanziert werden müssen“, sagte Claudia Toporski, Leiterin des Katharinen Hospiz am Park in Flensburg, stellvertretend für die anderen glücklichen Vertreter der Kinderhospiz-Dienste.

 

„Das Weihnachtsdorf zeigt, wie viel durch Ehrenamt bewegt werden kann. Alle Mitwirkende sind Botschafter für eine gesunde und vorbildliche Dorfgemeinschaft“, lobt Hans-Wilhelm Thomsen, der an diesem Abend die erkrankte Bürgermeisterin Ulrike Carstens vertritt und versichert: „Die Gemeinde steht auch in Zukunft fest hinter dem Weihnachtsdorf.“ Das tun auch viele Dorfbewohner, darunter in jedem Jahr auch einige Neubürger. Für viele von ihnen ist das Weihnachtsdorf eine eigene Jahreszeit – und das Helferfest das eigentliche Silvesterfest.

Anja Werner